wiedermorgenmond

HERZZEILEN #30 | tagebuch ungedachter worte

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Im Schatten des Oleanders
denke ich im Fliessen der Zeit
über die Friedlichkeit der Vergänglichkeit
und den Wert des Verlorenseins nach.

Giftig die Gedanken doch
getragen im Inneren das Herz
weiss ich doch über die Flüchtigkeit letztlich
dass sie ausmacht was immer wir werden.

Niemals hoffnungslos die Hoffnung,
niemals verloren der Verlust,
niemals heilbar die Liebe.

Im Schatten des Oleanders
glaube ich im flutenden Licht
noch immer an das Feuerwerk der Zukunft
und das haltlose Lachen der Ewigkeit.

HERZZEILEN #29 | tagebuch ungedachter worte

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Regen fällt und verschleiert meine Sicht
wie ein Geliebter, der seine Hände auf meine Augen legt,
damit ich seine Berührungen auf meinem Körper
mit all meinen Sinnen wahrnehmen kann.

Und so schliesse ich meine Augen und gebe mich hin …

Seine Streicheleinheiten erinnern mich an früher,
damals, als ich noch in seiner Umarmung tanzte,
barfuss und ohne jedes Bedenken oder Urteil,
als ich noch versonnen aus dem Fenster blickte,
nur um die tausend Tropfen darauf zu zählen
und meinen stillen Bruder bei mir zu begrüssen.

Langsam klärt sich der Dunstschleier
und sanftes Licht weckt mich aus meinem Träumen …

Als ich schliesslich meine Augen wieder öffne
ahne ich gerade noch seine Silhouette in die Ferne gleiten,
noch nie mehr als eine flüchtige Erinnerung, bis auf
dieses gütige Lächeln seiner Gegenwart.

Leise bricht mein Herz
und wird von Liebe geschwemmt.

what if you slept?

and what if, in your sleep,
you dreamed?

and what if, in your dream,
you went to heaven and there
plucked a strange and beautiful flower?

and what if, when you awoke,
you had that flower
in your hand?

ah, what then?

HERZZEILEN #25 | tagebuch ungedachter worte

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tragen wir die sonne in unseren herzen,
in unseren augen, so sind
unsere wimpern die vogelschwärme, die über ihr antlitz kreuzen
wenn sie auf die erde blickt und golden strahlend lacht.

doch der mond zeigt sich nur abends,
nur wenn die letzten vogelschwärme ruhn, erst dann
erstrahlt die iris silberhell und webt ihr liebeslied ins dämmerlicht
der ungesehenen wunderwelt die sie erträumt.

während die sonne schläft –
doch die sonne schläft.

GEFÜHLSWIND #11 | barfuss auf seifenblasen

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mit worten festhalten
wiedererwecken
neu entdecken

was festzuhalten da draussen
nicht genügt.

ungreifbares flüchtig wahrnehmbar
ins herz des augenblicks streuen,
die hände darum falten und
spüren was vergessen war.

der eine moment
der für diesen moment

fliegt.

HERZZEILEN #20 | tagebuch ungedachter worte

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im winter da fiel
wolkenstaub vom himmel
während ich im sternensang
nach verlorenen worten suchte.

wirre gedanken zerfetzten mein kleid …

jetzt – im sommer
da herrscht das rosa wattenlicht
ein trugbild frühlinghaften nebels
einfach ein paar umdrehungen zu spät.

vergangen und vergessen, ersehnt und verpasst …

die schatten jagen mich durch graue strassen aus gold
denn die nacht

sie verschlingt alle farben.